FABRIK45
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No Borders One Heart - Music and Art  Konzert und Ausstellung

Ausstellungseröffnung 18.Januar        Einlass 18:00 Uhr                         Vortrag 19:30 Uhr                     Konzert 20:00 Uhr 

Sängerin Makeda und Fotografin Jenny Bartsch laden am Donnerstag den 18. Januar 2018 zu einem ganz besonderen Abend in die „Fabrik 45“ in Bonn ein. Makeda (27), Bonnerin und Sängerin, bekannt durch ihre Band „Steal a Taxi“ und dem Musical “Bodyguard”, wird das erste Mal eine Mischung ihrer Eigenkompositionen und Lieblingsliedern präsentieren, während Jenny Bartsch (27), aus Siegburg mit Mitgliedern der Organisation Cars Of Hope von ihren Erlebnissen auf der Insel Lesbos und der dortigen Flüchtlingssituation berichten werden.

Mit dieser Fotoausstellung/Konzert möchten die beiden sich für Hilfsbedürftige einsetzen und Spendengelder für die Hilfsorganisationen sammeln, die ihnen besonders am Herzen liegen. Die Ausstellung wird am Donnerstag um 20:00 Uhr eröffnet und mit einer Finissage, am Sonntag den 21. Januar beendet.

Eintritt: Kostenfrei. Einlass 19:30


 

Ich bin Jenny, 27 Jahre alt, Mediengestalterin und Fotografin aus Siegburg. Hier fertige ich den Großteil meiner Bilder an. 2015 war ein ganz entscheidendes Jahr für mich. Ich bin für knapp sechs Monate nach Afrika gegangen und kam als ein völlig anderer Mensch zurück. All die Eindrücke und Erlebnisse mussten erstmal verarbeitet werden. 2017 durfte ich dann meine Bilder ausstellen und merkte, dass ich mich mehr für andere Menschen einsetzen möchte. Ich studiere nun Soziale Arbeit und engagiere mich bei Cars of Hope aus Wuppertal. Für mich ist es das schönste, diese beiden Interessen zu kombinieren. Nur durch einen Zufall, stieß ich auf die Webseite von „Cars Of Hope Wuppertal“. Ich wollte mich engagieren, helfen und unterstützen. Nachdem ich meine Nachricht an Cars Of Hope versendet hatte, saß ich zwei Wochen später schon mit Vicky an einem Tisch. Vicky hat zusammen mit ihrem Mann Rene und anderen Menschen, Cars Of Hope ins Leben gerufen. Nach vielen Planungen, Ideen und Telefonkonferenzen, machte sich ein kleiner Teil von Cars Of Hope am 17.12.2018 auf den Weg nach Lesbos. Lesbos ist eine Insel, die zu Griechenland gehört. Dort wollten wir über die aktuelle Lage der Flüchtlingssituation aufmerksam machen und die schrecklichen Zustände im Moria Camp dokumentieren. Ich habe mit vielem gerechnet aber was wir vor Ort sahen, übertraf alles. Jeden Tag fuhren wir zum Camp um mit geflüchteten zu sprechen, ihre Geschichten festzuhalten. Oft kamen wir dabei an unsere emotionale Grenze. Sowmar, der uns begleitete und vor zwei Jahren ebenfalls aus Syrien geflüchtet ist, war uns dabei eine große Hilfe. Er spricht Arabisch und konnte eine Vertrauensbasis zu den Flüchtlingen aufbauen. Jeden Abend werteten wir das Material aus und veröffentlichten dies auf Facebook und Twitter. Durch die zahlreichen Spendengelder konnten wir vor Ort viele Lebensmittel sowie andere wichtige und fehlende Güter kaufen. Während ich schon nach einer Woche nach Deutschland zurückkehren musste, verbleibt ein Teil von COH noch bis zum 14.01 in Griechenland. Nach meiner Rückkehr fiel mir die Bearbeitung der Bilder sehr schwer. Denn es hieß: all die Momente noch einmal im Kopf zu erleben. Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen über Situationen erfahren, die in den Medien gar nicht präsent sind. 

 

Wir können alle etwas verändern. 

 

 

Ich bin Makeda, 27 Jahre alt und Sängerin aus Bonn. Ich habe sehr lange gebraucht, um das Gefühl zu haben mich rechtmäßig Sängerin zu nennen. Ich habe in Bands gespielt, im Chor gesungen, etwas ganz anderes studiert und bin doch immer wieder zur Musik zurückgekommen. Seit 8 Jahren habe ich meine Band Steal a Taxi, habe früher bei Genda, einem “conscious Rap” Künstler gesungen und habe jetzt zwei Jahre im Musical “Bodyguard” in Köln gearbeitet. Für mich bedeutet Sängerin zu sein, eine Stimme zu haben. Das bedeutet, nicht nur, dass man damit singen kann, sondern auch seine Meinung sagen, sich für andere einsetzen und auf Dinge aufmerksam machen kann. Ich war lange auf der Suche, nach einem Weg diese Plattform auch für etwas Karitatives nutzen zu können. Ich war letztes Jahr in Jenny’s Ausstellung in Siegburg. Sehr bewegend hat sie von ihrer Zeit in Afrika gesprochen und über die dortige Lage berichtet. Kurze Zeit später, erfuhr ich, dass meine Nachbarin in ihrer freien Zeit Taschen aus Afrika, Wein und andere Dinge verkauft um mit dem Gewinn und ihrem eigenen Geld wichtige Gebrauchsgegenstände, Kleider und Geschenke und Schulmaterial nach Benin schickt. Ein unglaublich kostspieliges Unterfangen. Das war der Anstoß um zu überlegen, was ich dazu beitragen kann, dass sich Dinge verändern. 

Frau Medenou, meine Nachbarin, repräsentiert CRAPID-NGO in Bonn. CRAPID ist eine NGO die in Benin registriert ist und seit 2013 aktiv ist. Sie setzen sich dort für die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung ein, um extreme Armut und soziale Ungleichheiten zu reduzieren. Die Organisation ist in vielen Bereichen aktiv, in der Bildung als auch in der Landwirtschaft. Ein besonders wichtiges Element ist das Bauen von Schulen in ländlichen Bereichen und die Versorgung mit Schulmaterial und Kleidung. 

Frau Medenou hat mich mit ihrer unerschöpflichen Energie, ihrem Engagement und ihrer Großzügigkeit inspiriert und möchte sie deshalb dabei unterstützen Geld für Transport und weitere wichtige Sachspenden zu sammeln. Für mich ist dieses Konzert auch ein Debut - das erste Mal werde ich als Künstlerin ‚Makeda’ ein Konzert spielen. Ich tue dies natürlich nicht alleine. Ich bin unendlich dankbar, dass ich von herausragenden Musikern und Technik begleitet werde, die sich bereit erklärt haben auf ihre Gage zu verzichten und Teil von diesem Projekt zu sein. Wir denken oft, dass es unglaublich vieler Menschen und Kraft und Zeit bedarf um etwas zu verändern. Wir fühlen uns oft durch das Leid in der Welt so paralysiert, dass wir nicht tätig werden, da wir uns zu klein vorkommen um etwas zu verändern. Aber jede kleine Spende, jede Hilfe, jeder Cent, jeder hilfsbereite Mensch trägt dazu bei, dass sich etwas verbessert.